"Das Problem ist, dass Antibiotika die Patienten tastächlich heilen" - Interview mit Thomas A. Steitz

22. August 2011, 08:00

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Thomas A. Steitz erhielt 2009 zusammen mit Ada Yonath und Venkatraman Ramakrishnan den Nobelpreis in Chemie für sie Strukturaufklärung des Ribosoms. Wie diese Forschungen zu neuen Antibiotika führen werden, warum es immer Resistenzen geben wird und was es noch zu erforschen gibt, darüber redet er in diesem Interview. Steitz ist nach wie vor aktiver Forscher am Lehrstuhl für Molekulare Biophysik und Biochemie der Universität Yale. » weiter

Ham Smith: Craig Venter würde Nobelpreis verdienen

12. Juli 2011, 08:37

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Im zweiten Teil unseres Interviews (Teil I) mit Hamilton O. Smith sprachen wir über die Vergangenheit – Restriktionsenzyme, Entschlüsselung des Genoms – bis heute und das Arbeiten mit Craig Venter: Im Frühjahr 1993 lernten sich der Marketing versierte Craig Venter und Hamilton O. Smith, seines Zeichens schon damals Nobelpreisträger (Medizinnobelpreis 1978 gemeinsam mit Werner Arber und Daniel Nathans für die Entdeckung und Anwendung von Restriktionsenzymen), im spanischen Bilbao kennen. Zurück in den USA besuchte Smith Venters neues Institut in Gaithersburg. Venter bot ihm an Mitglied im wissenschaftlichen Beirat zu werden und Ham Smith nahm an. Seit 18 Jahren nunmehr treibt das 'Wissenschaftspaar' die Genomforschung voran.

1994 begannen sie schließlich mit einer ersten Zusammenarbeit um die Gene von Haemophilius influenzae mittels der sogenannten Schrotschuss-Methode nach Frederick Sanger zu sequenzieren. Hierbei wird nicht der ganze Strang nach und nach abgelesen, sondern die DNA in Stücke ‚zerschossen’. Die Stücke werden vermehrt, sequenziert und anschließend die gewonnene Information zusammengesetzt.

Wie bei allen Entschlüsselungsmethoden, spielen die Restriktionsenzyme, für die Ham Smith mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, eine zentrale Rolle: Sie sind die molekularen Scheren, mit deren Hilfe DNA gezielt in Stücke geschnitten werden kann. Venter hatte die Schrotschuss-Methode durch den Einsatz von Bioinformatik 1994 beschleunigt und bereits ein Jahr später konnte das Team die Genomsequenz von Haemophilius influenzae in Science publizieren.

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Apropos Lindau - ein Rückblick in Stichpunkten

09. Juli 2011, 19:36

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Eine Woche Promotionsalltag liegen nun zwischen mir und dem diesjährigen Treffen der Nobelpreisträger mit jungen Wissenschaftlern aus rund 80 Ländern. Zeit auch für mich zurückzublicken. Kurz gesagt, es war natürlich ein großartiges Erlebnis! Die perfekte Organisation der Konferenz ermöglichte einen wirklich freien Gedankenaustausch mit sehr interessanten Menschen aus aller Welt. Und man lernt ja nie so intensiv, wie von Menschen, die einen begeistern - seien es nun Nobelpreisträger oder andere Doktoranden.
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Lindau - der Rückblick

05. Juli 2011, 20:00

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Eine Woche Nobelpreisträgertreffen liegt hinter uns und wir hatten ein wenig Zeit, die Eindrücke zu verarbeiten und natürlich auch die Fotos durchzusehen. Ich war leider zu faul, meine Digicam jeden Tag mitzunehmen und die Bedingungen vor Ort haben der Kamera in meinem iPhone ganz klar ihre Grenzen aufgezeigt, trotzdem habe ich etwa ein Dutzend nette Fotos mit zurückgebracht, und darüber hinaus eine ganze Reihe neuer Einsichten und Erkenntnisse.


Blick über den Bodensee mit der Insel Lindau links im Bild.

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Lektionen in Wissenschaft - Tipps zur erfolgreichen Karriere

05. Juli 2011, 09:11

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“Wenn ich wissen möchte, an was die Laureaten forschen, dann lese ich ihre Papers. Mich interessiert viel mehr, wie sie geschafft haben, dort anzukommen wo sie sind.” hörte ich einen Nachwuchswissenschaftler zu seinem Gegenüber sagen, als wir auf Bierbänken zufällig nebeneinander im Essenszelt saßen und im Geschnetzelten stocherten.

Tatsächlich ist es so, dass hier in Lindau nicht die neuesten Forschungsergebnisse präsentiert werden, sondern die Laureaten in ihren Vorträgen entweder historisch aufbereiten, welche Ergebnisse zum Nobelpreis führten oder im Stil eines Übersichtsvortrags das aktuell bearbeitete Fachgebiet vorstellen. Manche Nobelpreisträger nutzen ihre Prominenz auch, um in ihren Talks auf gesellschaftliche Probleme hinzuweisen, und einige schienen den Nachwuchsforscher aus dem Essenszelt erhört zu haben. Ihre Vorträge enthielten eine Folie mit “Lessons for young scientists”, also was die Laureaten an die jüngere Generation weitergeben, wie man ein guter, glücklicher, erfolgreicher, oder überhaupt ein Wissenschaftler wird. » weiter

Ein Mann, der Gott spielt? – Ham Smith über synthetische Biologie

04. Juli 2011, 08:24

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Vor gut einem Jahr ging ein Aufschrei durch die Medienwelt. 'Ein Mann spielt Gott', wurde etwa geschrieben. Der Mann, auf den alle anspielten, ist Craig Venter. In seinen Laboren entstand erstmals sozusagen Leben vom Reißbrett: Das meinte eine DNA aus dem Labor, wurde in eine leere Zellhülle geschoben. Dies wurde als erste ‚synthetische Zelle’ gefeiert und ethisch hinterfragt. Der Mann, der bei Craig Venter die entsprechende Abteilung seiner Labore zur synthetischen Biologie in La Jolla und Rockville leitet und tatsächlich im Labor steht, ist Hamilton O. Smith. Smith war 1978 gemeinsam mit Werner Arber und Daniel Nathans für die Entdeckung und Anwendung von Restriktionsenzymen mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet worden.

Smith begleitet Venter bereits seit 1993 und war maßgeblich an der Entschlüsselung des menschlichen Genoms bei Venters Firma Celera Genomics beteiligt. In jüngster Zeit widmet er sich den Grundbausteinen des Lebens auf andere Weise. Mir fiele kein anderer Genomforscher ein, der wie Ham Smith über Jahrzehnte eine vergleichbar zentrale Rolle in der Genetik einnimmt. Er verbringt noch immer die Hälfte seiner Zeit im Labor, wie er sagt, und wäre „sehr gerne wieder Post-Doc“.

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Die Kunst der Wissenschaft

03. Juli 2011, 11:48

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Es ist die alte Frage nach der Quelle der Kreativität. Woher kommen unsere Ideen? Keiner weiß das so genau, aber einen besonderen Einfluss der Künste auf erfolgreiche Wissenschaftler ist deutlich zu erkennen. Albert Einstein spielte leidenschaftlich Geige, Werner Heisenberg Klavier, und Richard Feynman Bongos im brasilianischen Karneval. Heutige Laureaten stehen dem in nichts nach: Sir Harry Kroko gestaltet Logos und Poster, und Thomas Steitz spielt Saxofon. Warum?
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Zur Abschlussdiskussion - Roslings Kreise und die Verbindung zwischen Gesundheit und Geld

02. Juli 2011, 17:04

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Ich bin ja nicht so der Freund von öffentlichen Podiumsdiskussionen, aber was ich auf dieser Nobelpreisträgertagung gesehen habe war ziemlich gut. Vielleicht habe ich die schlechten auch einfach verpasst. Auf jeden Fall hatte das Abschlusspanel auf der Blumeninsel Mainau, unter anderem mit Harald zur Hausen, Hans Rosling und Unni Karunakara, dem Präsidenten von Ärzte ohne Grenzen, einigen Erkenntniswert.

Das lag natürlich zu einem ganz beträchtlichen Teil an Hans Rosling, dem Großmeister der Visualisierung, und dem von ihm initiierten Tool Gapminder. Es hat sich mal wieder gezeigt, wie viel ein gut gemachter Einstiegsvortrag zum Gelingen einer solchen Veranstaltung beitragen kann. Mit seinen ebenso einfachen wie ausgefeilten Kreisdiagrammen fasste Rosling den gegenwärtigen Stand der globalen Entwicklung zusammen: Einerseits die großen Fortschritte, die gerade die ärmeren Länder in Sachen Lebenserwartung, Kinderzahl und Einkommen gemacht haben, andererseits die nach wie vor große Ungleichheit, die noch auf der Welt herrscht.  » weiter

Am Ende die Hoffnung - Proteinabbau als therapeutisches Ziel - Avram Hershko und Aaron Ciechanover

02. Juli 2011, 14:17

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Kleingehäckselt, in Aminosäuren zerlegt. So enden sie, die Proteine. Während am Anfang des Lebens eines Proteins das Ribosom steht, kommt das Ende im Proteaseom (1). Die Regulierung dieses letzen Schrittes im Leben von Proteinen war das Thema der Vorträge von Avram Hershko und seines ehemaligen Doktoranden Aaron Ciechanover, die zusammen mit Irwin Rose 2004 den Nobelpreis für Chemie für die Entdeckung des Ubiquitin-abhängigen Proteinabbaus erhielten.

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Inspiriert, gebildet und verbunden...

01. Juli 2011, 16:27

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Josef Zens: Was fragt man die Wissenschaftlerinnen und den Wissenschaftler am Ende des Meetings – wie  war’s? Ich hab es mit dem Claim der Tagung probiert: Fühlt ihr euch educated, inspired und connected?

Sandra vom Deutschen Rheumaforschungszentrum fühlte sich „total inspired“. Sie fand vor allem die Bandbreite der Personen beeindruckend. Es gab ganz unterschiedliche wissenschaftliche Charaktere, jeder mit eigenen Idealen. Und in ganz bestimmten Personen findet man sich und seine eigenen Vorstellungen dann wieder, sagte sie mir. Und wer war es bei ihr? Harold Kroto, Entdecker der Fullerene. Sein Rat an die Nachwuchsleute: Schielt nicht auf Preise und Auszeichnungen, sondern erforscht, was euch wirklich interessiert und was euch Spaß macht! In Sandras Fall sind das beispielsweise bestimmte Plasmazellen, von denen es Gute und Böse gibt. Die Guten (protektiven) schützen den Körper vor Infektionen, beispielsweise bei einer Impfung. Die Bösen (autoreaktiven) rufen Autoimmunerkrankungen – zu denen auch Rheuma gehört – hervor. Sandra versucht, die einen von den anderen zu unterscheiden, was trotz modernster bildgebender Verfahren bislang nahezu unmöglich ist. » weiter

szmtag